Wiegenlied vom Krieg

Lieder von Krieg, Klag und Trost aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges

 

Bei jedem Krieg ist der größte Verlierer der Mensch, Opfer der Machtspiele von jenen, die vorgeben die Fäden unserer Welt zu ziehen. Die Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg nach vierhundert Jahren bleibt besonders präsent, vor allem für die Brutalität  und deren Konsequenzen, die das einfache Volk erlitten hat. 

Die Musik, seit immer Spiegel der menschlichen Seele, war eine der wenigen harmlosen Waffen, die der Mensch zur Verfügung hatte, um seine Klage zu veräußern, um sich und seine Kinder zu trösten, um einige Momente Sorglosigkeit, Freude und Liebe trotz der Gegebenheiten sich zu schenken:  Volkslieder, kunstvoll komponierte Musik, Sammlungen von Liedern, Instrumentalmusik, so wie Gedichte wurden vom Dreißigjährigen Krieg inspiriert. 

Komponisten aus Deutschland, wo der Krieg zwischen 1618 und 1648 ohne Gnade tobte, aber auch aus den Niederlanden und Spanien, die schon länger im Krieg zueinander standen oder auch aus Frankreich oder Italien mit dem Krieg von Mantua und Monferrato, haben uns Musik hinterlassen, die die Gemütsverfassungen aller Menschen, die in einem Krieg leiden spiegelt: Unter anderem Heinrich Schütz, Johann Staden, Erasmus Widmann oder Johannes Werlin mit seiner Sammlung „Irenodiade“, Adrianus Valerius (Neder-landtsche Gedenck-Clanck), Tarquinio Merula und Claudio Monteverdi, beide aus Cremona stammend.

Noch Anfang des 20. Jh. schrieb die deutsche Schriftstellerin und Historikerin Ricarda Huch (1864 - 1947) das Gedicht „Wiegenlied aus dem Dreißigjährigen Krieg“; In seiner „Ninna nanna de la guerra“ (Wiegenlied vom Krieg), geschrieben 1914 zu Beginn des ersten Weltkriegs, verfasst der römische Dichter Trilussa (Carlo Alberto Salustri 1871 - 1950) mit wenigen Worten in einem Spagat von Trost und Ironie das Schicksal dieser Menschen, seit immer Opfer des Krieges.

Beide Gedichte wurden von Ercole Nisini vertont in zwei Kompositionen über bassi ostinati wie Passacaglia und Romanesca, die in der ersten Hälfte des 17. Jh. noch sehr populär waren.

Instrumenta Musica | Ercole Nisini