Theatrum Instrumentorum

Instrumentale Polyphonie und Tanzsätze von M. Praetorius J.H. Schein, T. Susato, H. Schütz, G. Gabrieli, G. Mainerio

Renaissance- Frühbarockorchester nach dem Instrumentarium von M. Praetorius (Syntagma musicum, Wolfenbüttel 1619): Violinen- und Gambenfamilie, Blockflöten, Dulziane/Rohrblattinstrumente, Zinken, Posaunen, Tasteninstrumente, Zupfinstrumente, Historisches Schlagwerk.

REPERTOIRE: Instrumentale Polyphonie und Tanzsätze von M. Praetorius  J.H. Schein, T. Susato,, H. Schütz, G. Gabrieli, G. Mainerio u.a.

Michael Praetorius beschreibt 1619 in seinem Syntagma musicum vermutlich alle Musikinstrumente, die  derzeit für die Aufführungspraxis an Höfen und Kirchen verwendet wurden: „Posaunen“ „Fagotten“, “Pommern/Bombardoni“ „Flötten“ „Cornamuse“ „Lyra“ „Cithara“ „Viola de braccio“ „Krummhörner“ und unzählige andere. Neben den gewöhnlichen Instrumenten, die wir auch in anderen Quellen finden, sind sehr besondere Instrumente wie Harfenlaute, Geigenwerck, Octavposaune, Bassanelli beschrieben. Instrumente die zum Teil nur dank diesem Traktat uns bekannt sind.

Mit großer Wahrscheinlichkeit beschreibt Praetorius ein Instrumentarium, das er selber am Dresdner Hof in den Jahren 1613/15 beobachtet und verwendet haben könnte. Dasselbe besondere Instrumentarium, das nicht selbstverständlich an jedem Hof zu finden war, finden wir auch von Philipp Hainhofer in seiner „Relation“ beschrieben, als er 1629 aus diplomatischen Gründen nach Dresden kam.

Praetorius gruppiert diese Instrumente nach Familien und liefert uns unglaublich detaillierte, sogar mit skalierter Größe, Abbildungen des gesamten beschriebenen Instrumentarium. 

Instrumentalmusik um 1600: Tanzsätze, Polyphonie, Canzonen wurden von jeder Instrumentenfamilie oder Consorts, so wie auch von „broken“ Consorts, also Ensembles mit gemischten Instrumententypen, gespielt. Möglicherweise bei besonderen hochfestlichen höfischen Gelegenheiten wurden die verschiedenen Instrumentenfamilie zusammen gruppiert um einen großen Klangapparat zu erzeugen, so dass wir uns fast eine Art „Urorchester“ mit vielleicht 20 - 24 Instrumenten vorstellen können.

In den „Dialoghi“ von Massimo Troiano, die uns sehr wertvolle Informationen über die Musikpraxis der Renaissance liefern beschreibt er 1568/69 bei der Münchner Fürstenhochzeit u.a. die Aufführung einer vierundzwanzigstimmigen Komposition durch „Otto viole di gamba, otto viole di braccio, &otto instromenti varii: cio è und fagotto, una cornamusa, un cornetto muto, un cornetto alto, un cornetto grosso storto, un fiffaro, una dolzaina, un trombone grosso“

So eine Art Klangkörper mit den Instrumentenfamilien, die Praetorius so genau bezeichnet, möchten wir mit unserem Programm erleben. 

INSTRUMENTA MUSICA Renaissance Orchestra (9 - 20 Musiker)

2 Violini, 1 Viola da braccio, 1 Viola da Gamba, 1 Violone, 4 Blockflöten/Rohrblattinstrumente, 1 Dulzian, 2 Posaunen, 2 Zinken, 2 Theorben, 1 Harfe, Orgel/Cembalo, Hist. Schlagwerk